Batmans Motive

Über die wahren Motive, die den Comic-Helden Batman veranlassen, mit aller Macht gegen das Böse zu kämpfen, streiten sich Kritiker in aller Welt, wobei mit der Zeit die verschiedensten Versionen entstanden. Böse Zungen behaupten sogar, dass Bruce Wayne, welche immer wieder in die Rolle des Batman schlüpft, um seine Heimatstadt Gotham City vor Verbrechen und Korruption zu schützen, dieses nur tut, um das System, was auch ihm seinen Reichtum ermöglicht, aufrechtzuerhalten. Was diese Vermutung allerdings nicht berücksichtigt, ist die psychologische Prägung von Wayne durch die Ermordung seiner Eltern.

Daraus ist ebenfalls zu schließen, dass für Batman nicht zwangsläufig die Gerechtigkeit im Vordergrund steht, sondern seine Ambitionen sich eher durch Rachegefühle auszeichnen. In einigen Comicvarianten wird er daher auch als eine fast schon fanatische Person dargestellt, die ohne Rücksicht auf Verluste seine Ziele durchsetzen will, wobei er sich selbst jedoch stets treu bleibt. In ihnen wird auch gezeigt, dass er einige Feinde, gegen die er im Begriff ist, zu kämpfen, durch sein Verhalten selbst zu verschulden hat.

Auch wird Batman nicht als der häufig verbreitete, liebenswerte Superheld dargestellt. Im Gegenteil – er wirkt zumeist etwas grimmig und verbittert, wobei er immer mit großer Ernsthaftigkeit seinen Aufgaben nachgeht. Auch ein richtiges Lachen sucht man bei dieser Figur vergeblich, obwohl es auch Zeiten gab, in denen er sich hier und da zu einem ironischen Spruch oder gar einem verhaltenen Lächeln hinreißen ließ. Steve Kups beschrieb es sogar so, dass Batman ganz sicher nicht immer liebenswert auftrete, des Öfteren aber ein regelrechtes „Arschloch“ sein könne.

Seine politische Ausrichtung lasse sich, laut dem deutschen Experten für Batman-Comics Lars Banhold, aufgrund der unterschiedlichsten Autoren nicht klar definieren. Sie reiche von anarchistisch bis faschistoid. Und wahrscheinlich machen gerade diese vielen Ecken und Kanten Batman so beliebt. Er erscheint nicht wie ein Übermensch, zu dem man aufblicken muss. Durch seine kleinen Makel macht er es dem Leser leichter, sich mit ihm zu identifizieren.

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